Ausrüstung

Jakobusfreunde Paderborn e. V.

Das Gelingen eines tage- oder wochenlagen Pilgerweges hängt im Wesentlichen von der richtigen Vorbereitung und der geeigneten Ausrüstung ab.

Tagelanges Wandern bedeutet eine große körperliche Anstrengung und eine enorme Belastung für die Füße, vor allem für Menschen, die sonst nicht regelmäßig ausdauernd wandern. Das Übernachten in den Herbergen fördert die Begegnung und den Kontakt mit anderen Pilgern, das Schlafen in großen Schlafräumen sind die meisten aber nicht gewohnt. Für Pilgeranfänger haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die bei der Vorbereitung hilfreich sein können.

Geeignete Kleidung und Schuhe tragen wesentlich zum Gelingen bei, vor allem aber das Gewicht des Rücksacks. Der gepackte Rucksack – ohne Verpflegung und Wasser – sollte höchstens 10 % des Körpergewichts wiegen. In den Pilgerführern, im Internet und auf unserer Homepage gibt es gute Beispiele für Packlisten.

Für Pilger, die ohne spanische oder französische Sprachkenntnisse in diesen Ländern pilgern, sind die Übersetzungs-Apps auf dem Handy sicher sehr hilfreich. Aber auch unsere Sprachhilfen – spanisch oder französisch – können da weiterhelfen, vielleicht auch um sich im Vorfeld einige wichtige Formulierungen anzueignen. Man sollte sich aber nicht zu große Sorgen machen, Pilgern gegenüber ist man überall freundlich und sehr bemüht sie zu verstehen.

Eine mehrwöchige Pilgerwanderung bedarf guter Vorbereitung.
Ein leichter Rucksack, geeignete Schuhe und angemessene Tagesetappen sind wichtig für ein Gelingen!

 

Der Rucksack sollte nicht größer als nötig sein, ein möglichst geringes Eigen­gewicht haben und zur eigenen Körperform passen. Ein großer Rucksack verleitet dazu, mehr als nötig einzupacken. Wichtig ist auch die passende Einstellung der Gurte. Der gepackte Rucksack sollte nicht mehr als 10 % des Körpergewichts wiegen, für Frauen wird meist ein Gewicht von 6 – 7 kg, für Männer von 8 – 9 kg angegeben. Zwei Garnituren Kleidung reichen, abends wird gewaschen. Was sonst noch an nützlichen Dingen eingepackt werden sollte, ist in der Packliste aufgeführt. Dazu kommen die Tagesverpflegung bzw. eine Notration und Wasser.

Um das Gewicht zu reduzieren, wiegt man am besten die infrage kommenden Kleidungsstücke, selbst bei Funktionskleidung gibt es erhebliche Gewichtsunter­schiede.                                                                                                                                                               Bei Toilettensachen und Medikamenten füllt man alles in kleine, leichte Dosen/Tüten ab. Bei Bedarf kann man unterwegs etwas nachkaufen.
Die Schuhe sollten möglichst leicht und 1 ½ – 2 Nummern größer sein als die übliche Schuhgröße und sie sollten abends gekauft werden. Man braucht Platz für die meist dickeren Wandersocken und die durch stundenlanges Laufen angeschwollenen Füße. Die meisten Blasen entstehen durch zu kleine Schuhe. Ob Stiefel oder Halbschuhe besser geeignet sind, muss jeder für sich ausprobieren, das wird unterschiedlich empfunden. In jedem Fall sind eine gepolsterte Sohle und ein gutes Profil wichtig um Schmerzen und Gefahren zu vermeiden. Ebenso wichtig ist das Einlaufen über eine längere Zeit, auch an mehreren Tagen nacheinander.

Die Socken müssen faltenfrei sitzen und es wird empfohlen, ggf. Nylonsocken unter den etwas grober gestrickten Wandersocken zu tragen um ein Aufreiben der Haut zu vermeiden.

Um die Füße vor Druckstellen und Blasen zu schützen, hilft außer ausreichend großen, gut eingelaufenen Schuhen auch eine sorgfältige Fußpflege. Schon einige Wochen vorher kann man beginnen, die Füße regelmäßig mit Hirschtalg (Drogerien, Apotheken) einzucremen. Während des Pilgerns cremt man sie täglich nach dem Duschen ein.
Die Kleidungsstücke sollten so ausgewählt werden, dass man sie nach dem Zwie­belprinzip übereinander anziehen und so Temperaturen von kaum über 0 bis über 30 °C abdecken kann. In Plastiktüten verpackt, bleiben sie auch bei Sturz­regen trocken. Außerdem helfen die Tüten, eine gewisse Ordnung und Übersicht zu halten. Für die Nacht eignen sich T-Shirt und Unterwäsche oder bei kühlerem Wetter eine Leggins bzw. (halb)lange Unterhose, die bei großer Kälte auch unter der Wanderhose getragen werden kann.
Welchen Schlafsack man braucht, hängt wesentlich davon ab, in welchem Land man unterwegs ist und welche Unterkünfte man aufsuchen möchte. In Deutschland braucht man keinen Schlafsack, auch in Jugendherbergen darf man keine eigene Bettwäsche benutzen. In Frankreich reicht in den Gîte de France und Herbergen ein Stoff- oder Seiden­schlafsack, Decken sind in der Regel vorhanden. In Spanien benötigt man in den Pilgerherbergen einen Schlafsack, Decken sind nur teilweise vorhanden. In Hostals hingegen findet man bezogene Betten vor.
Die Versorgung mit Speisen und Getränken unterwegs ist je nach Weg und Land unterschiedlich. Als Notverpflegung und als Snack bieten sich Müsliriegel, Nüsse oder Trockenfrüchte an. Sie sind kalorienreich, sättigend und leicht. In Deutschland und Frankreich schaut man sich die Strecke vorab auf Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten hin an, eventuell muss man sich morgens für ein Mittagspicknick eindecken. Man kann hier risikolos Leitungswasser trinken und die Wasserflaschen unterwegs wieder auffüllen. Aber Achtung! Es gibt auch lange Strecken ohne jede Nachfüllmöglichkeit. In Frankreich ist das Wasser in den Städten meist gechlort. Hier sollte man eventuell stilles Wasser kaufen. Am Camino Francés in Spanien gibt es fast überall Bars und Einkaufsmöglichkeiten in kurzen Abständen, ebenso Wasserstellen zum Auffüllen der Flaschen. Bei empfindlichem Magen, sollte man hier lieber stilles Wasser kaufen.
Für die Wäsche nimmt man am besten eine kleine Tube Waschmittel mit, außerdem eine leichte Schnur zum Aufhängen.

In Spanien gibt es in den Herbergen teilweise Waschmaschinen, so dass ein paar Waschmittel-Caps hilfreich sein können. Wäscheleinen sind hier in der Regel vorhanden.

Das Erkennungszeichen der Jakobspilger ist die Muschel, sie wird gut sichtbar am Rucksack befestigt. Den Pilgerpass lässt man in der Regel täglich in der Unterkunft stempeln, auf den letzten 100 km vor Santiago benötigt man täglich zwei Stempel.

Wer den Camino Francés pilgert, nimmt einen kleinen Stein von zu Hause mit und legt ihn dem Brauch entsprechend auf dem großen Steinhaufen beim Cruz de Ferro ab.

 

 

Fitness und Kondition sind bei jedem unterschiedlich, ebenso spielt das Alter eine gewisse Rolle bei dem, was man sich zutrauen kann. Um möglichst wohlbehalten am Ziel anzukommen, ist es wichtig, sich gut einzulaufen. Neben Tageswanderun­gen mit gepacktem Rucksack ist es ratsam auch Zwei- bis Dreitageswanderungen vorab einzuplanen und gut darauf zu achten‚ wo der Schuh drückt, ob man mit oder ohne Stöcken besser gehen kann und welche Etappenlänge man mehrere Tage nacheinander durchhalten kann. Grundsätzlich sollte man die ersten Etappen kürzer wählen und die Länge bei Bedarf steigern.

Bei Unsicherheit ob man sich eine tage-/wochenlange Pilgerreise zutrauen kann, ist es ratsam mit einer heimatnahen Strecke zu beginnen. Gut ausgeschilderte Pilgerwege gibt es inzwischen in ganz Deutschland.

Wichtig ist der erste Schritt!

Buen Camino!