2. März 2016

Ausrüstung

Ausrüstung

Nehmen Sie lieber etwas zu wenig als zu viel mit. Sie glauben nicht, auf wie viele scheinbar unverzichtbare Dinge Sie verzichten können. Denken Sie daran, dass Sie alles über viele Kilometer bergauf – bergab auf dem Rücken schleppen müssen! Und das über 800 km! Wenn Sie unterwegs erkennen, dass Sie einen Ausrüstungsgegenstand wirklich dringend brauchen, können Sie diesen in Spanien problemlos am Wege kaufen.

Entscheiden Sie bei jedem einzelnen Teil bewußt, ob Sie es mitnehmen und ob es nicht auch ein leichteres Teil tut. Nehmen Sie Ihre Kosmetik- und Hygiene-Artikel nur in Kleinstpackungen mit. Wenn diese aufgebraucht sind, können Sie den Vorrat in den nächsten Städten wieder aufstocken.

Das Gewicht des vollgepackten Rucksackes (ohne Verpflegung und Wasser) sollte maximal 10% des Körpergewichts betragen! Ein zu schwerer Rucksack kann einem den ganzen Camino vermiesen! In den Führern – wie auch imInternet – gibt es gute Beispiele für Packlisten.
Unsere Hospitalieros in der Casa Paderborn sehen immer wieder Pilger, die wegen körperlicher Probleme einige Tage aussetzen oder gar die ganze Pilgerfahrt abbrechen müssen: Ursache meist zu ehrgeizige Tagesetappen und/oder zu viel Gepäck!

Das richtige Bettzeug

Ein Schlafsack ist unbedingt mitzunehmen. In manchen Refugios gibt es keine Decken. Winterpilger Achtung! Unbedingt einen warmen (bis 0°C) Schlafsack mitnehmen. Nur wenige Herbergen, die im Winter geöffnet haben, sind auch geheizt! Andererseits empfehlen erfahrene Wanderer in den Sommermonaten einen dünnen Seidenschlafsack oder leichten Innenschlafsack aus Leinen oder gar Seide. Wenn es mal kalt werden sollte, kann man ja in voller Montur in den Schlafsack schlüpfen. Für kalte Nächte halten nicht alle Herbergen Decken vorrätig. Hygienebewusste sollten ein ganz leichtes Spannbetttuch mitnehmen. Vor Ihnen haben schon viele Leute auf der gleichen Matratze genächtigt!

Die richtige Kleidung

Der Alpenverein empfiehlt dringend, auf Bekleidung in „Tarnfarben” zu verzichten. Ein verunglückter Wanderer an unwegsamer Stelle in grellen Leuchtfarben ist im Notfall leichter zu entdecken. Tragen Sie unterwegs die Jakobsmuschel sichtbar. Sie öffnet Ihnen viele Herzen und Türen. Ohrenstöpsel sind wichtig! Sie glauben nicht, welch kräftiges Schnarch Konzert die Pilger in der Nacht veranstalten! Evtl. auch eine Augenbinde wie man sie aus dem Flugzeug kennt. Praktisch sind 2 Wäschenetze für die Wäsche. Eines für die saubere und das andere für die schmutzige Wäsche. Das hält nicht nur Ordnung im Rucksack, die gefüllten Netze kann man notfalls auch als Kopfkissen benutzen.

Zwei dünnere Pullover wärmen besser als ein dicker. Man ist damit auch flexibler. Praktisch ist eine stabile Trekking-Hose mit abnehmbaren Hosenbeinen und vielen geräumigen Hosentaschen. Allgemein wird von Jeans abgeraten, die sind schwer und trocknen nur langsam.

Auf einen besonderen Nachtanzug können Sie verzichten. Tragen Sie als Nachtanzug Ihr T-Shirt und die Unterhose, die Sie am nächsten Tag tragen wollen. Die T-Shirts sollten besser nicht weiß sein, Sie werden nicht täglich auf eine funktionierende Waschmaschine treffen. Für kalte Tage können Sie Beinlinge und Armlinge (wie die Radsportler sie tragen) mitnehmen. Das sind quasi „abgeschnittene” Hosenbeine bzw. Ärmel. Die wiegen fast nichts, werden Ihnen aber bei Kälte nützlich sein. Fragen Sie danach in Radsportgeschäften.

Die richtigen Schuhe und Strümpfe

Schuhe: gut eingelaufene nicht zu schwere knöchelhohe Wanderschuhe 1½ -2 Nummern größer als die normale Schuhgröße! Am Abend kaufen, da dann die Füße dicker sind. Leichter sind z.B. Off-Road-Sandalen. Die wiegen nur rund 350 Gramm das Paar. Beide Arten erhält man in Wander- und Trecking-Läden.

Ihre Füße werden es Ihnen danken, wenn Sie bei gutem Wetter und auf geebneten Wegen sowie in den Refugios und beim abendlichen Spaziergang durch den Ort mal die Wanderschuhe ausziehen und in Sandalen schlüpfen können.

Sehr wichtig sind faltenlos sitzende Strümpfe. Lassen Sie sich in einem Sportgeschäft beraten. Manche erfahrene Wanderer schwören auch auf Seidenstrümpfe unter den Wollsocken.

Bei unterschiedlichen Wetterbedingungen

Regenzeug! Besonders bei den Gebirgspassagen und in Galicien müssen Sie mit Regen rechnen. Ein kräftiger Wanderstock ist auf schwierigen Gebirgspassagen aber auch auf den übrigen Strecken recht hilfreich. Viele Pilger bevorzugen sogar, mit zwei Teleskop-Stöcken zu gehen. Sonnenschutzmittel und Sonnenbrille sowie Lippen-Balsam nicht vergessen.

Snacks für Zwischendurch

Einige Müsliriegel als Notverpflegung sind recht kalorienreich, sättigend und nicht schwer zu tragen. Als Zwischenmahlzeit für unterwegs eignen sich auch Trockenfrüchte gut. Ein Taschenmesser mit Kapselheber, Dosenöffner, Schraubendreher und Korkenzieher – für den Wein am Abend!

Weitere wichtige Gegenstände, die man nicht vergessen sollte

Nähzeug, Erste-Hilfe-Set, Reise-Waschmittel und eine lange Schnur als Wäscheleine mit Sicherheitsnadeln als Ersatz für Wäscheklammern. In vielen Herbergen finden Sie Waschmaschinen (Waschpulver!) und manchmal sogar Trockner. Allerdings sind die Geräte häufig von anderen Pilgern bereits belegt. Nutzen Sie also sofort die Gelegenheit, wenn Sie auf eine funktionierende und noch nicht belegte Maschine treffen.

Gut sind auch die besonderen Reisehandtücher, die man in Sportgeschäften bekommt. Sie sind leicht, platz- und gewichtssparend und trocknen schnell. Einfache Geschirrtücher tun’s aber auch. Eine kleine Packung Toilettenpapier.

Nehmen Sie auch eine leichte Taschenlampe mit. Vergessen Sie auch nicht, von zu Hause einen kleinen Stein mitzunehmen. Es ist Brauch, dass die Pilger diesen Stein auf den großen Steinhaufen mit dem Eisernen Kreuz auf dem Cruz de Ferro werfen als Symbol für ihre Sünden, die sie hier abladen.