Unterwegs in Spanien

Jakobusfreunde Paderborn e. V.

Spanien ist einfacher…

Für den, der vielleicht schon unterwegs war auf Jakobswegen in Deutschland, der Schweiz oder Frankreich:
Pilgern in Spanien ist kommunikativer, bezahlbarer, und selbst in der kleinsten Orten gibt es Einkaufs- und Übernachtungsmöglichkeiten!

Auf den Hauptstrecken gibt es für Pilger eine Vielzahl von preiswerten und guten Herbergen. Für eine Übernachtung sollte der Pilger seinen Schlafsack, einen Pilgerausweis sowie seinen Ausweis/Pass dabeihaben. Auch in den kleineren Unterkünften steht i.d.R. ein WiFi zur Verfügung. Die Abdeckung durch Mobilfunknetze ist gut.

Herbergen

In der öffentlichen Herbergen in Spanien erfolgt die Zuteilung der Schlafplätze dem „Windhund-Prinzip“ d.h. in der Reihenfolge der Ankunft. Reservierungen sind ausgeschlossen. Radfahrer werden hier häufig erst später im Laufe des Nachmittags eingelassen. Viele private Herbergen nehmen Reservierungen an und sind auch über Internet-Plattformen buchbar.

In den öffentlichen Herbergen ist es nicht erlaubt, Schlafplätze für nachkommende Mitpilger zu belegen. Um seinen Platz im Schlafraum als „belegt“ zu kennzeichnen, legt man seinen Schlafsack auf seine Matraze, nie den Rucksack! In der Regel darf man nur eine Nacht bleiben, in Fällen von Krankheit oder höherer Gewalt kann man maximal 3 Nächte bleiben.
Pilger, die ein Begleitfahrzeug zum Transport ihres Gepäcks benutzen, sind nicht berechtigt, in den Refugios zu übernachten. Untersagt ist insbesondere, dass die Fahrer von Begleitfahrzeugen in den Refugios Betten reservieren und sogar selbst dort übernachten.

Zelten

Das „wilde“ Zelten ist in Spanien grundsätzlich verboten. Wir weisen zu diesem Thema auf die Seite von Christoph Erkens hin.

Hunde in Spanien

Ihnen werden die Dorfhunde auffallen, die Sie – je weiter Sie nach Westen kommen – kläffend durch das Dorf begleiten. Gehen Sie stur weiter und kümmern Sie sich nicht um sie, schauen Sie ihnen nicht in die Augen und fuchteln Sie nicht mit ihrem Stock herum. Die Hunde werden dadurch nur aggressiver. Sie sollten auch nie einen Bauernhof betreten, bevor Sie sicher nicht sind, dass jemand den Hofhund in Schach hält.

Die Mitnahme Ihres Hundes ist unter den Pilgern – selbst bei Hundefreunden – sehr umstritten. Viele meinen, dass Sie sich und dem Hund dies nicht antun sollten. Hunde werden in den meisten Herbergen nicht eingelassen! Hin und wieder gibt es (meist private) Herbergen oder Campingplätze, die Unterbringungsmöglichkeiten für Tiere anbieten.

Unterwegs in den Dörfern dringt Ihr Hund in das Revier der einheimischen Hunde ein. Die werden ihn mit entsprechend aggressivem Gebell empfangen. Auch in Restaurants, Bars, Kirchen oder Museen muss ein Hund draußen bleiben (wie auch bei uns in Deutschland). In fast allen öffentlichen Verkehrsmitteln darf ein Hund nur in einem speziellen Transportbehälter mitfahren.

Rucksacktransport

Entlang des gesamten Camino Francés gibt es einen Rucksacktransporte, z.B. von der Firma „Jacotrans“.  Die Rucksäcke werden in der Startherberge abgeholt und zu einer anzugebenden Zielunterkunft transportiert. Manchmal übernehmen in kleineren Orten auch Bars die Funktion des „Gepäck-Sammelplatzes“! Die Deponierung des Gepäcks in der Unterkunft ist keine Reservierung eines Schlafplatzes!

Gepäck nach Santiago vorausschicken

Man kann Pakete postlagernd Santiago senden, bis zu 15 Kilo kosten (2018) ca. 18 €, bis 25 Kilo ca. 27 €. Das Paket wird dort bis zu 6 Wochen gelagert, ab dem16ten Tag wird in Santiago täglich eine Aufbewahrungsgebühr von 1 € berechnet. Man kann auch bestimmte Fristen im voraus buchen (30/45/75 Tage)

Die Mitarbeiter der Postfilialen kennen den Santiago-Versand:

Meistens reicht der Satz:

  • Quisiera enviar un paquete a Santiago por correos!

und das Bereithalten des Passes/Ausweis.

Man bekommt eine Quittung mit der Adresse, an der man das Paket in Santiago abholt.

Fahrradpilger

Weite Strecken des Camino sind mit dem Fahrrad nicht passierbar. Sie müssen teilweise Strecken auf Landstraßen oder gar auf der stark befahrenen Staatsstraße zurücklegen. In den  genannten Pilgerführern sind genügend Hinweise auch für Fahrradpilger enthalten. Wenn Sie Ihr Fahrrad eine Strecke mit dem Bus transportieren wollen, müssen Sie die Kette mit einem kräftigen Stück Plastik-Sack so abdecken, dass das Gepäck der anderen Passagiere nicht verschmutzt wird.

Radfahrer sollen in den öffentlichen Herbergen erst nach 16:00 h eingelassen werden. Häufig werden sie auch erst später eingelassen. Es wird für Pilger, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, in den Zeiten großen Andranges immer schwieriger, in diesen Herbergen unterzukommen. Private Herbergen lassen Fahrradpilger in der Regel schon früher ein und nehmen Reservierungen entgegen.

Es gibt in Spanien Unternehmen, die Dienstleistungen bis hin zu Verleih und Wartung eines Fahrrades für die komplette Strecke bis Santiago de Compostela anbieten.

Umgang mit Wertsachen

So traurig es ist: Es kommt unterwegs gelegentlich zu Diebstählen und Betrügereien. PilgerInnen sind für Kleinkriminelle ideale Opfer.  Viele sind in ihrer Euphorie oft leichtsinnig oder vertrauensselig gegen Jedermann und vergessen oder verdrängen das gesunde Misstrauen. Ganoven mischen sich unterwegs und in den Herbergen unter die Pilger, um sie zu bestehlen oder sie zu betrügen. Insbesondere in städtischen Großräumen kommt es auch vor, dass Diebe nach in die Herberge einschleichen.
Es ist sicherer, die wichtigen Dokumente: Ausweispapiere, Flugkarten, Bargeld und besonders die Sparkassen- und Kreditkarten in einer Bauchtasche unter der Kleidung zu tragen, nicht in einer Gürtel- bzw. „Känguruhtasche“ vor dem Bauch. Die Diebe vermuten als erstes, dass Sie Ihre Wertsachen hier aufbewahren. Die offen getragene „Känguruhtasche“ vor dem Bauch ist schnell ein Opfern.

Selbst in den Herbergen wird durchaus gestohlen.Tragen Sie daher Ihre Wertgegenstände auch in der Nacht im Schlafsack an Ihrem Leib. Lassen Sie Ihre  Ihre Wertsachen (Fotoapparat usw.) nie zurück, selbst wenn Sie nur mal eben auf die Toilette oder zum Duschen gehen. Z.B. in einer Plastiktüte kann man diese hier zumeist an der Kabinentrennwand aufhängen. Einen Haken dafür kann man sich notfalls auch aus einem Kleiderbügel, wie man ihn von der Reinigung bekommt, herstellen.

Vorsicht beim Geldkartengebrauch (VISA, Master- und Eurocard)  im Hotel- und Gaststättengewerbe! Auch Falschgeld ist in Spanien und Portugal durchaus ein Problem. Die Fälschungen sind sehr gut gemacht und nur mit einem Prüfgerät zu erkennen.

Der Rucksack

Lassen Sie nie ihren Rucksack unbewacht vor der Bar stehen, auch wenn Sie nur mal schnell auf die Toilette gehen! Wenn Sie zurückkommen, ist der Dieb  über alle Berge und Ihr Camino evtl. zu Ende. Pilger haben neben Bargeld, Kreditkarten und Mobil-Telefon viele für Diebe attraktive Dinge bei sich: Mobiltelefon, einen teuren Fotoapparat, einen oft teuren Rucksack und Schlafsack, hochwertige Funktionsbekleidung usw. sind alles Dinge, die man gut verkaufen kann. In Outdoor-Läden und bei Schlüsseldiensten gibt es Zahlenschlösser in Kombination mit hochflexiblen Stahlseilen. Damit kann man sein Gepäck bei einer Rast oder in der Herberge an einen festen Gegenstand anschließen und so gegen den Diebstahl schützen.

Zuviel Vertrauen kann enttäuscht werden

Fast jeder wird auf Personen treffen, die über wenig Geld verfügen, und sich gerne „einladen“ lassen. Eine Grenze wird allerdings dort überschritten, wo man angesprochen wird, ob man sich nicht – aus welchen Gründen auch immer – einen Geldbetrag leihen könne. Es soll „Mitpilger“ geben, die dies systematisch betreiben.

Feuer

Große Teile Nordspaniens, Portugals und Frankreichs sind mit ausgedehnten Wäldern bedeckt, die in der Sommerzeit extrem trocken werden können. Jede Art von offenem Feuer – von der Zigarette bis zum Grillen – kann verheerende Folgen haben!

Die Herbergen befinden sich häufig in „historischen“ Gebäuden. Informieren Sie sich abends über die möglichen Fluchtwege in Notfallsituationen.

Pilgerseelsorge

Deutschsprachige Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela

Seit 2009 bieten die Diözese Rottenburg-Stuttgart und das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz jedes Jahr in den Monaten Mai bis Oktober Seelsorge in Santiago für Pilger aus dem deutschsprachigen Raum an.

Weitere Informationen finden Sie hier: