2. März 2016

Bei Problemen

Trinken, trinken, trinken!

Viele gesundheitliche Probleme haben ihre Ursache im zu wenigen Trinken! Da es inzwischen unterwegs viele Brunnen und Wasser-Zapfstellen gibt, reicht eine 1-Liter-(PET)-Wasserflasche für den Rucksack aus. Die früher so beliebten Trinkwasserflaschen aus Aluminium sollte man nicht mehr benutzen. Kaufen Sie lieber vor Ort eine Pet-Mineralwasserflasche und füllen sie diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf. Scheuen Sie sich auch nicht, bei leerer Wasserflasche an einer Haustür um frisches Wasser zu bitten. Die Einheimischen wissen genau, wie wichtig frisches Wasser für die Pilger ist und werden bereitwillig ihre Flasche füllen.

Vorsicht an Brunnen! Die Brunnen innerhalb der Ortschaften sind zumeist an das örtliche Trinkwassernetz angeschlossen. Daraus können Sie unbesorgt trinken und Ihre Wasserflasche auffüllen. Anders ist es bei Quellen und Brunnen in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Die Bauern gehen leider sehr großzügig mit Pestiziden um, entsprechend ist das Grundwasser belastet.

Weh-Wehchen

Nehmen Sie unbedingt die Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) mit!

Vermeiden Sie, Ihre heißen Füße unterwegs im Wasser zu kühlen. Die Haut weicht auf und wird anfällig für Scheuerstellen und Blasen. Pflegen Sie Ihre Füße am Abend und am Morgen vor dem Abmarsch in der Herberge ausführlich. Ganz wichtig: Hirschtalg, erhältlich in Drogerien und Apotheken. Dieses Mittel ist sehr beliebt bei Wanderern und Soldaten. Reiben Sie damit täglich am Morgen vor dem Abmarsch die Fußsohlen, Fersen und die Zehen (oben und unten und in den Zwischenräumen) und den Schritt sowie die Afterfalte (gegen den sogenannten „Wolf“) ein. Wenn der Schaden bereits eingetreten ist, hilft es nicht mehr! Bei Blasen wird ein sog. „Wunderpflaster“ empfohlen. Es ist eigentlich kein Pflaster, sondern eine ‚elastische Klebebinde’, die Fuß oder Bein besseren Halt geben soll. Sie heißt „Optiplaste ®C“. Die Binde ist 2,50 m lang, und lässt sich bis zu 4,50 m dehnen. Auf mehreren Pilgertouren der letzten Jahre hat es sich bestens bewährt, vor allem bei sehr großen Blasen, wo „Compeed“ nicht mehr hilft.

Blasen aufschneiden führt fast immer zur Zwangspause. Auf rohem Fleisch kann man nicht laufen daher muss man warten bis die Stellen verheilen (wenigstens 5 Tage)streichen. Das Aufstechen mit einer sauberen Nadel ist weniger gefährlich, muss jedoch regelmäßig wiederholt werden, da Blasen wieder volllaufen. Die Blasen trocknen innerhalb von 2 bis 3 Tagen aus, dann läuft es sich wieder besser. Zum Desinfizieren wird Jodsalbe empfohlen, sie brennt nicht so stark.

Krisen

Wahrscheinlich werden Sie auf Ihrem Camino Krisensituationen durchstehen müssen! Da sitzen Sie vielleicht völlig erschöpft und nass und frierend, mit schmerzenden Gliedern oder Blasen an den Füßen am Wegesrand und fragen sich: „Warum tue ich mir dieses alles nur an?“ Lassen Sie sich davon nicht unterkriegen! Das geht vorbei. In den nächsten Tagen werden Sie froh sein, dass Sie nicht aufgegeben haben. Die meisten Pilger berichten, dass sie unterwegs solche Krisen durchgemacht und auch wieder überwunden haben.