Libori-Vortrag

Pilgern auf dem Franziskusweg

Der Freundeskreis der Jakobuspilger in Paderborn lädt seit einigen Jahren in der Liborizeit einen prominenten und sachkundigen Pilger ein, um diesen über seine Erfahrungen und Erlebnisse berichten zu lassen. In diesem Jahr war die Reihe an Dietmar Bunse aus Wesel, der vor sechs Jahren seinen Beruf als Banker kündigte um einen Neuanfang zu wagen. Auf den Jakobs- und Pilgerwegen begann er einen neuen Lebensabschnitt. Er hat diesen Schritt nie bereut und über seine Erfahrungen bereits sein drittes Buch geschrieben. Er hat bereits 1800 km auf Jakobuswegen zurückgelegt und berichtete nun den zahlreichen Anwesenden im Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät von seinem Pilgern auf dem Franziskusweg in Italien. Im Mai 2015 waR er 200 km von La Verna nach Assisi gepilgert. Für den Weseler sind seine Pilgerschaften immer spirituelle Reisen zu sich selbst, über die er u. a. in seinem Buch „Das Sonnenlied des Franziskusweges“ eindrucksvoll berichtet. Es ist vor allem die Ruhe auf dem Weg, die Bunse schätzt. Denn noch sind auf dem Franziskusweg im Jahr nur etwa 4.000 Pilger unterwegs – den Jakobsweg nutzen dagegen 260.000 Menschen. „Es ist sehr, sehr einsam“, sagt der Weseler, „und es gibt enorme Steigungen.“ Die haben ihm auf der Strecke einiges täglich abverlangt. Bunse verstand es, seinen Bildvortrag, der Eindrücke herrlicher Landschaften vermittelte, immer wieder mit Texten aus seinem Buch zu würzen. „Die herrlichen Eindrücke kann mir keiner nehmen“, sagte er. Zum Beispiel den am Wasserfall Sasso Spicco bei Montecasale. Hier soll der Hl. Franziskus oft meditiert haben. Dieser Ort hat Dietmar Bunse sofort verzaubert. Besonders die Ruhe, nur vom Rauschen des Wassers und dem Zwitschern der Vögel erfüllt, sei herrlich gewesen. „Einfach ein Traum“, findet er. Überhaupt: Die friedliche Stille und die puristische Natur auf dem Franziskusweg seien einmalig.

Aber es wurde auch auf dem Weg gefährlich für ihn, als seine Wasservorräte zur Neige gingen, drohte die Dehydrierung, der er mit Mühe entgehen konnte. Er stellte aber auch die schönste mittelalterlich Stadt Italiens vor: Gubbio, einen Ort den man nicht vergisst. Angeregt von einem Straßensänger in der Stadt, schrieb er selbst ein Lied, dass er „Let’s go to Franziscos“ nannte. Nach den Erlebnissen in Assisi, die er nicht missen wolle, endete erst einmal der Weg und Vortrag für ihn. Er beschloss seine Schilderungen mit drei selbst komponierten und getesteten Liedern, zu denen er auf den Pilgerwegen angeregt worden ist. Dabei beeindruckte das Lied über die Meseta, die er auf dem französischen Jakobusweg nach Santiago durchwandert hatte, am stärksten.

Man kann feststellen: die Bücher von Dietmar Bunse sind Wiedergaben von Eindrücken und Erlebnissen, die jeder Pilger, der sich auf die Wanderung begibt, unbedingt gelesen haben sollte. Sie sind von einer religiösen Tiefe gekennzeichnet und geben mehr als nur die Eindrücke von Wandertagen wieder. Die Vorsitzende des Vereins der Jakobusfreunde in Paderborn bedankte sich sehr herzlich für einen Vortrag, der mit viel Engagement und großer Leidenschaft gehalten wurde. Sie war sehr dankbar, den Referenten erlebt zu haben.

Peter Schibalski

Der Vortrag

Das Auditorium

Der Liedvortrag

Der Dank der Präsidentin

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